Automatische Stapeleinrichtung für massive Rundstangen

Aluminium Laufen AG

Rundstangen aus Aluminium, die als Schmiede-Vormaterial eingesetzt werden, müssen zu Sechseckbunden verpackt geliefert werden. Aus metallurgischen Gründen müssen dabei Anfangs-, Mittel- und Endstücken der gepressten Stangen separat verpackt werden. Dieser Arbeitsschritt, der bisher von Hand erledigt werden musste, konnte jetzt im Strangpresswerk der Aluminium Laufen AG erstmals automatisiert werden. Den neuen Rundstangenstapler mit Sortierfunktion entwickelte H+H Herrmann + Hieber.

 

Wo an den anderen Pressen des Werkes die Profilabschnitte hinter der Lagensäge automatisch in Körben gestapelt und transportiert werden, mussten Rundstangen bisher manuell gehandhabt werden. Der notwendige Personaleinsatz ist mit Kosten verbunden und kann bei Metergewichten bis zu 10 kg/Meter und darüber für die Mitarbeiter erhebliche körperliche Belastungen bedeuten. Deshalb hat Aluminium Laufen die Automatisierung dieses schwierigen Arbeitsplatzes in Angriff genommen.

Die bevorzugte Verpackung für dieses Material ist das Sechseckbund, wobei die Anzahl der Stangen je Bund mit den Abmessungen variiert. Diese Stapelform macht den Einsatz spezieller Aufnahmen mit beidseitig geneigten Wangen erforderlich. Da die Bundabmessungen mit dem Stangendurchmesser variieren, sind die Wangen horizontal verstellbar.

Die wichtigen Arbeitsschritte im Staplerbetrieb sind:

  1. Programmierung: In das Stapelprogramm werden die Auftragsnummer, die Anzahl Stangen je Lage, der Stangendurchmesser sowie die Materialeigenschaft (Anfangs-, Mittel- oder Endstück) eingegeben. Dazu stehen maximal 99 Aufträge zur Verfügung. Mit diesen Daten kann die jeweils benötigte Lage zusammengestellt werden. Dabei kommt es nicht nur darauf an, die Anzahl an Stangen festzulegen, sondern es ist auch zu differenzieren, ob es sich um Anfangs-, Mittel- oder Endstücke handelt.
  2. Vereinzeln und Lage bereitstellen: Die von der Lagensäge getrennten Abschnitte werden auf einem Querförderband abgelegt. Um die Lage zusammenstellen zu können, muss das gesägte Stangenpaket vereinzelt werden. Dazu dient eine Hubvorrichtung, der sogen. „Vereinzeler“. Dieser erfasst die benötigte Anzahl Stangen, hebt diese an und transportiert sie zum benachbarten Bereitstellband. Wenn Anfangsstücke gestapelt werden und es sich bei der nachfolgenden Lage um Mittelstücke handelt (die getrennt abgestapelt werden müssen), legt der Stapler die verbliebenen Reststangen in der verfahrbaren Reststangenablage ab, von der sie bei Bedarf später entnommen werden.
  3. Transportieren und Ablegen: Der Transport erfolgt mit Hilfe eines verfahrbaren Greiferportals. Am Portal sind insgesamt fünf Greifer angeordnet. Bei langen, dünneren Stangen wird so eine Durchbiegung verhindert. Die fixierte und geklemmte Stangenlage wird in ihre Zielposition über dem jeweiligen Korb verfahren und dort abgelegt. In diesem speziellen Falle sind drei Körbe, jeweils einer für Anfangs-, Mittel- und Endstücke, mit festen Positionen nebeneinander fixiert.
  4. Verpacken: Die gefüllten Körbe werden in die Verpackung verfahren, wo die Bunde gewogen und unter Verwendung von Zwischenlagen automatisch umreift werden. Danach ist die Ware direkt bereit für den Abtransport.

Der neue Rundstangenstapler wurde im September 2011 in Betrieb genommen und arbeitet seitdem störungsfrei. Im laufenden Betrieb ersetzt er zwei Mitarbeiter, die hohen körperlichen Belastungen ausgesetzt waren. Die Kapazität der Anlage reicht für die geplanten Produktionssteigerungen aus. Zum wirtschaftlichen Erfolg dieser neuen Einrichtung trägt bei, dass Schäden an den Stangen praktisch ausgeschlossen sind.