Voll automatisierte Stangenzuführung

Thöni Industriebetriebe GmbH

Für das Strangpresswerk der Thöni Industriebetriebe hat H+H Herrmann + Hieber einen automatisierten Stangentransport in das Stangenlager entwickelt und geliefert. Die innovative Lagersystem-Lösung integriert diesen Arbeitsschritt in den vollautomatischen Arbeitsablauf des Werkes.

 

Die auf dem Fabrikhof gelagerten stranggegossenen Stangen müssen aufgenommen, zwischengelagert und auf Anforderung einzeln dem Bolzenanwärmofen zugeführt werden. Als dieser Bereich bei Thöni neu gestaltet werden musste, bot es sich an, nach einer neuen, vorteilhaften Logistiklösung zu suchen. Vorgaben: Alle anderen Arbeitsschritte - der Transport in die Halle, die Lagerung vor dem Ofen sowie die Entnahme aus dem Lager und die Übergabe zum Ofen - sollten vollautomatisch erfolgen.

Aus Platzgründen müssen jetzt die Stangen quer zur Arbeitsrichtung zugeführt werden. Die Aufgabestation ist außerhalb des Gebäudes installiert. Mit einem Gabelstapler wird ein komplettes Bündel von vier 10 Zoll-Bolzen auf die (äußeren) massiven Stahlkulissen eines Auflagebocks abgelegt. Wenn die Umreifung des Bündels geöffnet wird und sich die Stangen auf der Ablage frei verteilen können, rollen sie selbsttätig in die dafür vorgesehenen Ausnehmungen in den äußeren Stahlkulissen.

Eine Aushubvorrichtung, ebenfalls ausgerüstet mit massiven Stahlkulissen, hebt die Stangen an und rollt sie durch Schwerkraft weiter auseinender. Die ausgehobenen Stangen können in dieser Position von einem Verschiebewagen mit Drehvorrichtung unterfahren werden. Sie werden auf diesen abgesenkt und befinden sich nun in einer für den späteren Greifvorgang definierten Position mit gleichmäßigem Abstand voneinander.

Der Verschiebewagen mit den exakt fixierten Bolzen verfährt durch eine Öffnung in das Innere des Gebäudes. Der Verschiebewagen ist mit einer Drehvorrichtung ausgerüstet, die die Stangen um 90° schwenkt und in Arbeitsrichtung ausrichtet.

In das Rungenlager mit 130 Plätzen werden die Stangen von einem zweiachsigen Manipulatorkran einzeln abgelegt. Auf Anforderung entnimmt der Manipulator eine Stange und übergibt diese auf den Zufuhrrollgang zum Ofen.

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Lager-Lösung für eine Fließmontage

Deutz AG

Das von H+H Herrmann + Hieber entwickelte Konzept der sogenannten Kommissioniertürme - dezentral orientierter Lagersysteme - zeigt einen Weg, wie sich die Materialversorgung auf kreative Weise wirtschaftlich auf engstem Raum organisieren lässt. An zwei Montagelinien der Kölner Deutz AG hat sich diese Form der Lagerlift-Systeme bewährt.

 

An zwei Montagelinien von Deutz werden Dieselmotoren montiert - in einem breiten Leistungsbereich und in insgesamt mehreren Tausend unterschiedlichen Varianten. Die Materialversorgung ist „just in time“ organisiert, d.h. ein Wareneingangslager existiert nicht.

Die zunehmende Differenzierung der Kundenwünsche bei gleichzeitigem Hochlaufen der Produktion führten zu einer stetig wachsenden Anzahl von Einzelteilen, die an den Bändern bereitgestellt werden mussten. Dabei kam es zu Engpässen bei der Nachschubversorgung und bei den notwendigen Stellplätzen.

H+H Herrmann + Hieber schlug einzelne Lagerkomponenten vor, die – nach oben ausladend - den freien Raum oberhalb des Montagearbeitsplatzes für die Lagerung nutzen. Auf der rückwärtigen Seite befinden sich die Aufgabe- und Entnahmeplätze für volle bzw. leere Paletten. Auf der gegenüberliegenden Seite wird das benötigte Material an den Arbeitsplätzen bereitgestellt. Darüber sind die Lagerplätze angeordnet, die vom automatischen Regalbediengerät des Lagerlift-Systems angefahren werden.

Im Betrieb wird die angelieferte Transportbox am rückseitigen Eingabeplatz übergeben. Der obere Lagerteil des Kommissionierturms bzw. Lagerlift-Systems besteht aus zwei parallel angeordneten Palettenregalen mit jeweils sechs Stellplätzen nebeneinander und fünf übereinander. Dazwischen verfährt das automatische Regalbediengerät. Es besteht aus einer Traverse, die auf Schienen mit max. 60 Meter pro Minute vertikal verfährt. Auf der Traverse fährt ein Schlitten mit ausfahrbarer Teleskopgabel, mit der die Paletten in die Stellplätze transportiert werden. Mit diesen drei Bewegungen kann das Regalbediengerät jeden Palettenplatz des Lagersystems schnell anfahren.

Jeder Montage-Arbeitsplatz verfügt über ein Terminal, mit dem Paletten abgerufen und wieder in den Kommissionierturm zurückgestellt werden können. Der Mitarbeiter meldet der Warenwirtschaft, wenn eine leere Transportbox wieder abgeholt werden kann. Der Rest geschieht wieder vollautomatisch.

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Lagerturm für Langgut-Kasetten

Europa Profil Aluminio S.A.

Für ein führendes griechisches Strangpresswerk hat H+H Herrmann + Hieber eine Lagersystem-Lösung entwickelt, mit der sich das sogen. „Picking-Problem“ – das Umpacken von Transportbehältern nach Sortierkriterien – kostengünstiger lösen lässt.

 

Unter dem Begriff „Picking“ verbirgt sich die Aufgabe, aus typenreinen Produktionseinheiten nach vorgegebenen Kriterien Fertigungsaufträge für die Weiterverarbeitung zusammenzustellen. Bei der Pulverbeschichtung von Aluminiumprofilen ist dieser manuelle Arbeitsgang ein erheblicher Kostenfaktor. Nachteilig sind zudem Beschädigungen, der große Platzbedarf und Fehler beim Sortieren.

Angesichts dieser Nachteile hat die griechische Europa Profil Aluminium S.A., eines der führenden Strangpresswerke des Landes, zusammen mit H+H Herrmann + Hieber eine halbautomatisierte Lösung entwickelt. Dabei wird die benötigte Roh-Ware über das Fertigungsleitsystem aus dem Profil-Lager angefordert und im Korb automatisch zum Picking-Arbeitsplatz transportiert. Die automatische Bereitstellung und der Wechsel der Korbwechsel müssen in sehr kurzer Zeit erfolgen. Kundenseitig war gefordert, dass mindestens 20 Kommissionieraufträge je Picking-Arbeitsplatz gleichzeitig bearbeitet werden können.

Für die automatische Materialversorgung des Arbeitsplatzes wurden zwei Lagerlift-Systeme (Pickingtürme) installiert, in denen je 24 Gestelle übereinander gelagert sind. Die Anlage ist mit dem Leitsystem gekoppelt und in der Lage, alle 30 bis 45 Sekunden einen neuen Korb zur Kommissionierung anzudienen. Die Gesamt-Lagerkapazität des Logistiksystems beträgt 24 Körbe. Bei Bedarf lassen sich die zwei bei Europa Profil in Betrieb genommenen Lagertürme auch auf einen Picking-Arbeitsplatz koppeln, so dass bis zu 48 Kommissionierungen gleichzeitig ausgeführt werden können.

Trotz der dynamischen Bewegungsabläufe innerhalb des Lagerturmes ist ein schonender Transport der in den Körben befindlichen Profile mittels frequenzgeregelter Antriebe garantiert. Für Betriebssicherheit ist gesorgt: Eine Vielzahl optischer Sensoren sorgt dafür, dass eine mögliche Fehlbedienung durch den Werker frühzeitig erkannt wird und keine Anlagenstörung verursacht.

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